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Was ist ein "psychotherapeutisch tätiger Arzt"?

Frage: Was ist ein "psychotherapeutisch tätiger Arzt"? Was ist der Unterschied zu einem "Arzt für Psychotherapeutische Medizin"?
Hintergrund: Ich habe eine Ärztin aufgesucht, um bei ihr eine Psychotherapie zu beginnen. Wir haben auch schon einige Probestunden gemacht. In der Internet-Datenbank der Kassenärztlichen Vereinigung habe ich die Ärztin aber NICHT unter der Rubrik "psychotherapeutisch tätige Ärzte" finden können - unter der Rubrik "Ärzte für psychotherapeutische Medizin" hingegen schon. Ich habe beim Patienteninformationsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung nachgefragt, was denn da der Unterschied sei, und ob die Ärztin dann überhaupt Psychotherapie machen darf. (Wenn sie nicht da drin steht, übernimmt ja meine Kasse womöglich die Kosten nicht). Vielleicht können Sie mir erklären, was mit dieser Antwort gemeint ist:
"Die Bezeichnung 'Psychotherapeutische Medizin' ist eine Facharztbezeichnung. Die Bezeichnung 'Psychotherapeutisch tätiger Arzt' ist eine Zusatzbezeichnung, ein Sammelbegriff, für alle Ärzte, die psychotherapeutisch arbeiten. Beide Begriffe stehen gleichberechtigt nebeneinander, Die Ausbildung, um psychotherapeutisch tätig sein zu dürfen, ist dieselbe".

Das verstehe ich nicht. Ist sie nun "psychotherapeutisch tätig" und arbeitet psychotherapeutisch oder ist sie "nicht psychotherapeutisch tätig" und arbeitet "psychotherapeutisch medizinisch" oder beides oder nichts von allem? Über dem Geschäft, in dem ich Brot kaufe, steht ja auch "Bäckerei" und nicht "Metzger". Vielleicht können Sie mir das erklären?

Sie können meine Fragen (und Ihre Antwort) gerne auf Ihrer Website veröffentlichen, aber ich möchte nicht, dass mein Name oder meine e-Mail-Adresse oder sonstige persönlichen Angaben veröffentlicht werden. Besten Dank im Voraus,mit freundlichen Grüssen...
(N.N., 8.9.03)

Antwort: Die Bezeichnung "psychotherapeutisch tätiger Arzt" findet sich nicht in der Weiterbildungsordnung für ÄrztInnen. Das heißt, es handelt sich bei dieser Bezeichnung um keine anerkannte ärztliche Gebiets- oder Zusatzbezeichnung. Das heißt auch, dahinter steht keine spezifische ärztliche Qualifikation. Vielmehr bilden die psychotherapeutisch tätigen ÄrztInnen eine sogenannte Arztgruppe: "Die Definition des Begriffes "Arztgruppe" ergibt sich aus dem Versorgungsauftrag, den eine Gruppe von Vertragsärzten wahrnimmt. In einer Arztgruppe können Vertragsärzte mit verschiedenen Gebiets- und Schwerpunktbezeichnungen zusammengefasst sein" (Einheitlicher Bewertungsmaßstab für ärztliche Leistungen, S.10). Kurz gesagt, unter psychotherapeutisch tätigen ÄrztInnen, versteht man unterschiedslos alle ÄrztInnen, die in mehr oder minder großem Umfang psychotherapeutisch tätig sind (und dies auch dürfen, inklusive abrechnen). Wer hätte das gedacht?

Umso erstaunlicher ist es, daß mensch zum Beispiel auf den Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein im Online-Arztverzeichnis unter der Auswahl-Kategorie "Fachgebiet" die Eintragung findet "Psychotherapeutisch tätige Ärztinnen und Ärzte" - gleich neben Bezeichnungen wie (Fach-) ÄrztInnen für "Psychotherapeutische Medizin", "Psychiatrie und Psychotherapie" und anderen mehr (darunter auch "Psychologische Psychotherapie" und "Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie"). Außerdem finden sich unter der Rubrik "Zusatzbezeichnung" noch die Eintragungen "Psychotherapie" und "Psychoanalyse". Bis auf die "psychotherapeutisch tätigen Ärztinnen und Ärzte" finden sich auch alle diese Bezeichnungen in der Weiterbildungsordnung wieder.

Noch verwunderlicher wird es, wenn die NutzerInnen der Website herausfinden, daß es von den diversen verschiedenen Psychotherapie-SpezialistInnen jeweils eine große Anzahl gibt, nicht aber von den psychotherapeutisch tätigen ÄrztInnen: da gibt es nur wenige. Da fragt sich mensch doch unwillkürlich: was tun all die psychotherapeutischen SpezialistInnen, soweit sie keine "psychotherapeutisch tätigen Ärztinnen und Ärzte" sind? Und hier setzt ja wohl auch Ihre Frage an.

Des Rätsels Lösung liegt nach unseren Recherchen in folgendem: Mit dem Psychotherapeuten-Gesetz und den damit einhergehenden Gesetzesänderungen (hier: §101, Abs. 4, SGB V) wurde der eigentlich einfach zu verstehende Begriff "psychotherapeutisch tätige Ärztinnen" (und TherapeutInnen) in neuer Form in das deutsche Gesundheitswesen, jedenfalls den kassenfinanzierten Teil, implantiert. Und zwar in einer Langfassung als "überwiegend oder ausschließlich psychotherapeutisch tätige Ärzte". Das heißt solche, "die mindestens 90 Prozent ihres Gesamtleistungsbedarfes aus den Leistungen des Abschnittes G IV und G V sowie den Leistungen nach den Nrn. 855 bis 858 des Abschnittes G III generieren" (KV-Thueringen).

Dies bedeutet praktisch zunächst zweierlei: 1) Ausschließlich psychotherapeutisch tätige ÄrztInnen haben - im Gegensatz zu nicht ausschließlich tätigen - nach einem Urteil des Bundessozialgerichts Anspruch auf eine Mindestvergütung ihrer therapeutischen Tätigkeit, 2) es ist für PatientInnen im Prinzip erkennbar, in welchem Umfang eine Kassen-ÄrztIn psychotherapeutisch tätig ist: Vollberuflich oder in Teilzeit (d. h. neben anderen ärztlichen Tätigkeiten, z. B. als HausärztIn oder PsychiaterIn). Kassenzugelassene Psychologische PsychotherapeutInnen und Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen sind dagegen immer vollberuflich therapeutisch tätig. Das ist in der Tat eine nicht ganz uninteressante Information - auch wenn VertreterInnen der Ärzteschaft mit Recht einwenden, daß überwiegend psychotherapeutisch tätige ÄrztInnen - zumindest dem Allgemeinverständnis nach - nicht erst bei der 90 % Marke beginnen.

Nun ist auf der schon erwähnten Website der Begriff "Überwiegend oder ausschließlich psychotherapeutisch tätige ÄrztInnen" leider so mißverständlich verkürzt worden, daß niemand mehr nachvollziehen kann, was damit gemeint ist.

Umgangssprachlich zusammengefaßt: Bei den "(ausschließlich oder überwiegend) psychotherapeutisch tätigen ÄrztInnen" handelt es sich gewissermaßen um die "Vollprofis" unter den ärztlichen PsychotherapeutInnen. Aber Vorsicht: wie das bei den Vollprofis so ist, sie können gut oder schlecht sein. Und an dieser Stelle mindestens genauso wichtig: sie können eine gute oder schlechte Ausbildung haben (oder auch gar keine). Die von Ihnen erwähnte Ärztin für psychotherapeutische Medizin hat wahrscheinlich eine relativ umfangreiche Ausbildung durchgemacht - jedenfalls, wenn sie diese erst neuerdings abgeschlossen hat. Wäre Sie als "(ausschließlich) psychotherapeutisch tätige ÄrztIn" aufgeführt, wüßten Sie zwar, daß Ihre Ärztin fast ausschließlich psychotherapeutisch tätig ist, über ihre therapeutische Qualifikation wüßten Sie damit aber noch nichts. Die müßten Sie dann auf anderem Wege herausfinden, z. B. über die Titel ihrer ÄrztIn (Facharzt für..., Zusatzbezeichnung...).
(Red., H.D., 14.9.03)

 

AutorIn: H.D. - Text: faq02.sdw - Aktualisiert: 12.03.05

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