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Zuzahlung bei Kassen-Psychotherapie

Frage: Ich möchte eine kassenfinanzierte Psychotherapie machen. Meine TherapeutIn sagt mir, die Kassensätze seien nicht ausreichend und ich müsse aus der eigenen Tasche eine Zuzahlung von 20 Euro pro Sitzung leisten. Ist das in Ordnung?
(Redaktion, 14.9.03)

Antwort: Das ist bei einer kassenzugelassenen PsychotherapeutIn und einer den Richtlinien der Krankenkassen entsprechenden Psychotherapie nicht in Ordnung sondern eindeutig illegal.

Komplikation 1: Falls Sie sich in einem Gebiet mit offiziell bestehender psychotherapeutischer Unterversorgung (Nickname: "psychotherapeutische Diaspora") befinden. Davon gibt es allerdings in Deutschland inzwischen nur noch sehr wenige. Dann kann Ihre Krankenkasse auf Antrag auch die Leistungen von PsychotherapeutInnen oder anderen AnbieterInnen bezahlen, die keine VertragsbehandlerInnen der Krankenkasse sind (d. h. keine "Kassenzulassung" besitzen): sie kann in diesem Fall die Kosten "erstatten" - daher der Name "Erstattungsverfahren". In diesen Fällen ist eine von der AnbieterIn geforderte Zuzahlung rechtens. Kassenzugelassene PsychotherapeutInnen dürfen aber auch in solchen Gebieten für eine den Richtlinien der Krankenkassen entsprechende Psychotherapie keine Zuzahlung verlangen.

Komplikation 2: Anders ist es, wenn Ihre kassenzugelassene PsychotherapeutIn mit Ihnen eine Therapie durchführen will oder soll, die nicht zu den sogenannten Richtlinienverfahren (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie) gehört, sagen wir beispielsweise Gestalttherapie. In diesem Fall müssen Sie Ihre Psychotherapie in vollem Umfang selbst bezahlen. Allerdings handelt es sich auch in diesem Fall eigentlich um keine Zuzahlung.

Die Praxis einiger PsychotherapeutInnen, solche Therapien über die Kasse abzurechnen (meist als tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie) und zusätzlich - wohl wegen der Fragwürdigkeit dieser Vorgehensweise - eine Zuzahlung zu verlangen, ist illegal und stellt einen gleich "doppelten" Abrechnungsbetrug dar - in den Sie gegebenenfalls verwickelt sind. Diese Vorgehensweise ist aber nicht nur illegal sondern auch psychotherapie-hygienisch äußerst bedenklich: KlientIn und PsychotherapeutIn begeben sich in ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis und werden erpreßbar. Sie sollten darauf verzichten. Auch wenn Sie - um beim Beispiel zu bleiben - von der Gestalttherapie unter anderen Umständen durchaus profitieren könnten.

Komplikation 3: Um das Durcheinander komplett zu machen, darf die folgende Grauzone nicht verschwiegen werden. Zumindest im Rahmen tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie ist es legal, Elemente von Nicht-Richtlinienverfahren in die Psychotherapie zu integrieren - solange die Therapie tiefenpsychologisch fundiert bleibt. Das geschieht dann auch fröhlich in großem Umfang. Es ist auch kaum nachprüfbar, ob es sich im Einzelfall noch um eine tiefenpsychologisch fundierte Vorgehensweise oder schon um eine mehr oder minder reine Gestalt-, Gesprächs-, Systemische, Körper- oder irgendeine andere Therapie handelt.

Außer rechtlichen Gründen ist in vielen Fällen wenig gegen eine "integrative" Vorgehensweise einzuwenden. Insbesondere im Fall der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie ist die Situation ohnehin paradox: das Verfahren ist nachgewiesenermaßen wirksam, aber trotzdem nicht als "Richtlinienverfahren" anerkannt und kann daher offiziell auch nicht über die Kasse abgerechnet werden. Wen kann es da wundern, daß das Verfahren über die "tiefenpsychologische Fundierung" klammheimlich Einzug in die Kassenpraxen gehalten hat? Bedenklich ist hier höchstens, daß das in "reiner" Form nachgewiesenermaßen wirksame Verfahren womöglich durch die tiefenpsychologischen Elemente "verwässert" wird - mit nicht überschaubaren Folgen für seine Wirksamkeit.

Hier hat der Sparwille des Gesetzgebers ("bloß keine neuen Richtlinienverfahren!") sich selbst ein Schnippchen geschlagen...
Wie auch immer, auch in diesem Fall ist die Forderung einer Zuzahlung durch eine kassenzugelassene PsychotherapeutIn eindeutig illegal.
(Red., H.D., 14.9.03)

 

AutorIn: H.D. - Text: faq04.sdw - Aktualisiert: 12.03.05

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